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Neue Aquakulturanlage für beste Haltungsbedingungen bei tiefem Energieverbrauch

Im Juli 2019 wurde an der ZHAW in Wädenswil eine neue Aquakulturanlage in Betrieb genommen. In drei voneinander abgetrennten Becken à 12 Kubikmeter Wasser werden derzeit Lachse gehalten. Die Anlage soll in Zukunft einerseits zu Lehrzwecken für die Fachspezifische Berufsunabhängige Ausbildung (FBA) Aquakultur genutzt werden, andererseits ist geplant in einem Forschungsprojekt die Optimierung der Energienutzung zu untersuchen.
Aquakultur-Kreislaufanlagen dienen der Produktion von Fischen und anderen Wasserlebewesen für den Verzehr. Sie bilden eine neue, zukunftsorientierte Technologie, die eine hohe Wasserqualität mit einem kleinen ökologischen Fussabdruck verbindet und die herkömmlichen Produktionsformen (Netzgehege, Durchflussanlagen) ergänzen oder ersetzen soll.
Innovative Technologie auch für die Schweiz
Aquakultur-Kreislaufanlagen sind äusserst sparsam im Wasserverbrauch, ermöglichen optimale Bedingungen für die Tiere und verursachen minimale Emissionen. Dies macht sie zu einer attraktiven und zukunftsorientierten Einnahmequelle, sowohl für Landwirte als auch für Grossunternehmen. Die Fachleute der ZHAW arbeiten darum eng mit der Schweizer Wirtschaft zusammen um die Nutzung dieser Technologie zu fördern. Mehrere grosse Aquakulturbetriebe, wie Basis57 nachhaltige Wassernutzung AG, Swiss Alpine Fish AG oder die Edelkrebs AG, erhalten Unterstützung, aber auch wie Betreiber kleiner, dezentraler Systeme mit geringem ökologischem Fussabdruck.
Kreislaufanlagen schonen Ressourcen
Die Anlage an der ZHAW in Wädenswil fasst 50 Kubikmeter Wasser und besteht aus drei mannstiefen Becken sowie einer ausgeklügelten Wasseraufbereitung. Zurzeit schwimmen Lachse in diesen Becken, die eine integrierte Temperaturregelung haben. Dies ermöglicht auch die Haltung von Egli, Zander, Forelle oder Tilapia. «Das durch Ausscheidungen der Fische belastete Wasser in den Becken wird über mehrere Stufen gefiltert, entkeimt und mit Sauerstoff angereichert, bevor es wieder in die Fischbecken fliesst» erläutert der wissenschaftliche Assistent Mathias Sigrist, der für die ZHAW-Anlage verantwortlich ist. «Dabei wird die Wasserqualität laufend automatisiert überwacht und eine Wärmepumpe sorgt für eine artgerechte Wassertemperatur. Die ständige Reinigung ermöglicht einen äusserst sparsamen Wasserverbrauch, der mit 500 Litern Wasser pro Kilogramm produziertem Fisch, bis zu hundertmal tiefer ist als der einer herkömmlichen Durchflussanlage».
Eine wahre Datenkrake
Die Anlage ist mit unterschiedlichsten Sensoren ausgestattet, die im Minutentakt eine Vielzahl von Messwerten liefern. Mit diesen Daten lassen sich Leistung und Energiebedarf genauestens überwachen. Dies soll es in einem nächsten Forschungsprojekt ermöglichen, Kreislaufanlagen energetisch zu optimieren und gleichzeitig den Fischen beste Bedingungen zu bieten. Ziel ist es, die Anlage so zu betreiben, dass ihr Energiebedarf vorausschauend dem Angebot an erneuerbarer Energie angepasst wird. Ein Algorithmus kann beispielsweise entscheiden, dass heute mehr gefüttert werden darf, weil morgen ein sonniger Tag ist, an welchem genug Solarstrom für die Wasserreinigung zur Verfügung stehen wird. Damit können in Zukunft Kreislaufanlagen noch nachhaltiger betrieben werden.
Know-how, um Fische zu züchten
Fischzucht-Betriebe tragen Verantwortung. Darum wird seit 2011 von der ZHAW die Fachspezifische Berufsunabhängige Ausbildung (FBA) Aquakultur angeboten. In diesem sechstägigen Lehrgang mit anschliessendem dreimonatigem Praktikum werden gewerbsmässige Züchterinnen und Züchter von Fischen und Panzerkrebsen ausgebildet. Über 120 Personen haben diese Ausbildung bereits absolviert. Vermittelt werden Kenntnisse über das Tierverhalten und die Tiergesundheit, aber auch wirtschaftliche und technische Aspekte und Anforderungen der Tierschutzgesetzgebung.
Weitere Informationen und Fotos finden Sie auf zhaw.ch.

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